Wahlprogramm - Grundlage der Bürgerinitiative Oberammergau (B.I.O.)
Für eine transparente, finanzstarke und lebenswerte Gemeinde.

Präambel
Oberammergau lebt von Zusammenhalt, Tradition, Natur, Handwerk, Kultur und einem starken Gemeinwesen. Damit unser Ort auch in Zukunft attraktiv bleibt – für Familien, junge Menschen, Seniorinnen und Senioren, Betriebe, Vereine und Gäste – braucht es eine Kommunalpolitik, die vorausschauend plant, ehrlich informiert und konsequent umsetzt.
Die Bürgerinitiative Oberammergau (B.I.O.) ist aus bürgerschaftlichem Engagement entstanden. Unser Anspruch ist es, Verantwortung zu übernehmen: sachorientiert, lösungsorientiert und nah an den Menschen. Dieses Dokument bündelt unsere zentralen Themen und Ziele als Grundlage für ein Wahlprogramm – mit einem klaren Fokus auf positive Entwicklung, solide Finanzen und transparente Entscheidungen.

1. Unser Leitbild: Wie wir Politik machen
Transparenz und Nachvollziehbarkeit
Wir stehen für Entscheidungen, die verständlich vorbereitet und nachvollziehbar begründet werden. Wer Verantwortung trägt, muss Alternativen aufzeigen, Auswirkungen benennen und Entscheidungen so erklären, dass sie für die Bürgerschaft überprüfbar sind.
Bürgerbeteiligung mit Substanz
Bürgerbeteiligung ist kein nachträgliches Abnicken, sondern ein Instrument für bessere Lösungen. Bei großen Weichenstellungen wollen wir frühzeitig informieren, Optionen offen diskutieren und Beteiligungsformate gezielt einsetzen – von Bürgerversammlungen bis hin zu Ratsbegehren, wenn die Tragweite es erfordert.
Verlässlichkeit und Respekt in der Zusammenarbeit
Wir setzen auf eine konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat, eine professionelle Verwaltung und einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Sichtweisen. Ziel ist ein arbeitsfähiger Gemeinderat, der kontrolliert, gestaltet und priorisiert.

2. Solide Finanzen und klare Prioritäten
Ausgangslage und Anspruch
Eine Gemeinde kann nur gestalten, wenn sie finanziell handlungsfähig bleibt. Der Haushalt ist dabei nicht nur Zahlenwerk, sondern das zentrale Steuerungsinstrument. Wir wollen eine Haushaltsführung, die Pflichtaufgaben zuverlässig erfüllt und freiwillige Leistungen verantwortungsvoll gestaltet.
Unsere Ziele
• Finanzielle Stabilität und langfristige Planungssicherheit
• Klare Prioritätensetzung: Pflichtaufgaben zuerst, freiwillige Leistungen mit transparenten Kriterien
• Folgekosten konsequent berücksichtigen: Betrieb, Personal, Energie, Instandhaltung, Risiken
• Bessere Steuerung und Kontrolle: damit Budgets nicht nur beschlossen, sondern wirksam geführt werden
Unser Ansatz
Wir setzen uns für eine Haushaltslogik ein, die nachvollziehbar ist und in der der Gemeinderat seine Kontrollfunktion gut wahrnehmen kann. Dazu gehören:
• eine übersichtliche Prioritätenstruktur im Haushalt,
• ein verständliches, regelmäßiges Finanz-Reporting (z. B. quartalsweise),
• und verbindliche Standards für Investitionsentscheidungen (Kosten-Nutzen, Lebenszyklus, Risiken).

3. Mehr Transparenz, bessere Entscheidungen: Projektkultur in der Gemeinde
Große Vorhaben brauchen Struktur. Wir wollen eine professionelle Projektkultur, die frühzeitig klärt: Was ist das Ziel? Welche Varianten gibt es? Was kostet es wirklich – auch langfristig? Welche Risiken bestehen? Und wann muss der Gemeinderat entscheiden?
Unsere Ziele
• Frühe Klärung von Varianten statt Festlegung auf eine „Einbahnstraße“
• Transparente Entscheidungsgrundlagen für Gemeinderat und Öffentlichkeit
• Verbindliche Meilensteine und klare Verantwortlichkeiten
Konkrete Maßnahmen
• Projektsteckbriefe für relevante Vorhaben (Ziel, Varianten, Kosten, Zeitplan, Risiken)
• öffentliche Zwischenstände bei großen Projekten
• Beteiligungsformate, die frühzeitig und lösungsorientiert sind

4. Wellenberg: verlässliche Bademöglichkeit und verantwortungsvolle Entwicklung
Eine öffentliche Bademöglichkeit ist ein wichtiger Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge – für Familien, Schulen, Vereine, Seniorinnen und Senioren sowie für die Attraktivität unseres Ortes.
Unsere Ziele
• Eine verlässliche, zukunftsfähige Bademöglichkeit für Oberammergau
• Ein transparentes, wirtschaftlich tragfähiges Konzept
• Sorgfältiger Umgang mit Gemeindeeigentum und klare Entscheidungen
Unser Ansatz
Wir wollen eine Lösung, die auf einem sauberen Variantenvergleich beruht. Dazu gehören – je nach Ausgangslage – Optionen wie Sanierung, Neubau, Kooperationen, Betreiber- oder Trägermodelle oder kombinierte Ansätze. Entscheidend ist, dass:
• die tatsächlichen Jahreskosten und langfristigen Folgekosten sichtbar werden,
• Betrieb, Personal und Energie realistisch geplant werden,
• und die Bürgerschaft bei weitreichenden Entscheidungen verlässlich eingebunden wird.

5. Passion 2030: Identität bewahren, Verantwortung stärken, Wertschöpfung erhöhen
Die Passion ist ein Alleinstellungsmerkmal Oberammergaus und tief in der Identität unseres Ortes verankert. Gleichzeitig bedeuten Organisation, Finanzen und Steuerung eine große Verantwortung.
Unsere Ziele
• Klare Zuständigkeiten und professionelle Governance in der Vorbereitung
• Verlässliche finanzielle Leitplanken und konsequente Budgettreue
• Stärkung der lokalen Wertschöpfung: Aufträge, Übernachtungen, Gastronomie, Handel
• Sorgfältige Weiterentwicklung mit Augenmaß und Kostenbewusstsein
Unser Ansatz
Wir unterstützen eine Passionsvorbereitung, die künstlerisch stark und organisatorisch solide ist. Dazu gehören:
• klare Rollen- und Kompetenzabgrenzungen,
• transparente berichtswege und Budgetkontrolle
• ein verantwortungsvolles Vergabe- und Beschaffungsmanagement,
• sowie die ehrliche Prüfung, welche Formate welche Wirkung und welchen Aufwand haben.

Ein Grundsatz ist uns dabei wichtig: Wer im Gemeinderat Verantwortung trägt, muss Interessenkonflikte vermeiden. Transparenz und Unabhängigkeit schützen nicht nur Entscheidungen, sondern auch das Vertrauen der Menschen.

6. Kultur in Oberammergau: Vielfalt ermöglichen und nachhaltig fördern
Kultur gehört zu Oberammergau. Wir wollen kulturelle Vielfalt sichern, neue Ideen ermöglichen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umgehen.
Unsere Ziele
• Kultur als Standortfaktor stärken – in Vielfalt, Qualität und Breite
• Transparente Förderlogik mit klaren Kriterien
• Kooperationen mit Vereinen, Initiativen, Ehrenamt und regionalen Partnern ausbauen
Unser Ansatz
Wir wollen Kulturförderung so gestalten, dass sie:
• nachvollziehbare Ziele hat (Reichweite, Wirkung, Wertschöpfung, Eigenanteile),
• offen ist für Kooperationen und Wettbewerb um gute Konzepte,
• und den Gesamthaushalt respektiert – insbesondere in finanziell herausfordernden Zeiten.

7. Sicherheit und Infrastruktur: Feuerwehr und kritische Einrichtungen zukunftsfähig machen
Die Sicherheit der Menschen hat Priorität. Feuerwehr, Rettungswesen und kritische Infrastruktur müssen verlässlich funktionieren – heute und langfristig.
Unsere Ziele
• Einsatzfähigkeit sichern: Gebäude, Fahrzeuge, Ausstattung, Organisation
• Wirtschaftliche Lösungen auf Basis belastbarer Analysen
• Gute Einbindung der Einsatzkräfte in Planung und Umsetzung
Unser Ansatz
Bei Infrastruktur-Entscheidungen setzen wir auf saubere Grundlagen: Standortfaktoren, Baugrund, Verkehrs- und Parkraumsituation, Ausrückzeiten, Folgekosten und Nutzungskonzepte. So entstehen Lösungen, die langfristig tragfähig sind und breite Akzeptanz finden.

8. Energie und Klima: regionale Versorgung, lokale Wertschöpfung, machbare Projekte
Energiepolitik ist Standortpolitik. Eine nachhaltige, möglichst regionale Energieversorgung stärkt Unabhängigkeit, senkt langfristig Kosten und schafft Wertschöpfung vor Ort.
Unsere Ziele
• Strategischer Ausbau erneuerbarer Energien in der Gemeinde
• Stärkung kommunaler Handlungsfähigkeit bei Wärme- und Stromversorgung
• Schrittweise Umsetzung mit wirtschaftlicher und rechtlicher Machbarkeit
Konkrete Maßnahmen
• Energie-Masterplan für gemeindliche Gebäude und Infrastruktur
• konsequenter Ausbau von Photovoltaik auf geeigneten gemeindlichen Flächen
• Prüfung standortverträglicher Potenziale (u. a. kleine Wasserkraftoptionen im zulässigen Rahmen)
• intelligente Kombination aus Effizienzmaßnahmen, Fördermitteln und solider Finanzierung

9. Tourismus und Region: Profil schärfen, Qualität steigern, Nutzen messbar machen
Tourismus ist wichtig – nicht nur in Passionsjahren. Wir wollen Oberammergau als hochwertigen Ganzjahresstandort stärken und die regionale Zusammenarbeit so gestalten, dass sie sichtbaren Mehrwert bringt.
Unsere Ziele
• Strategischer Tourismus mit klaren Zielgruppen und messbaren Zielen
• Mehr Qualität zwischen Passionsjahren: Angebote, Kommunikation, Events, Kooperationen
• Transparente Strukturen und Kosten-Nutzen-Klarheit bei Tourismusorganisationen
Unser Ansatz
Wir wollen mit Kennzahlen arbeiten, die Wirkung sichtbar machen (Nächtigungen, Saisonverteilung, Wertschöpfung, Kampagnenerfolg). Oberammergau soll seine Stärken noch besser nutzen: Kultur, Handwerk, Tradition, Natur- und Kulturlandschaft sowie die Einbettung in die Region.

10. Wohnen, Ortsentwicklung und Gewerbe: Einheimische stärken, Zukunft bauen
Wohnen ist eine der zentralen sozialen Fragen. Gleichzeitig braucht Oberammergau eine Ortsentwicklung, die Infrastruktur, Verkehr, öffentliche Räume und wirtschaftliche Entwicklung mitdenkt.
Unsere Ziele
• Mehr bezahlbarer Wohnraum für Einheimische
• Geförderte Wohnprojekte und Nutzung bestehender Möglichkeiten konsequent vorantreiben
• Gewerbe stärken: Arbeitsplätze, Einnahmen, Versorgung im Ort
• Ortsentwicklung mit Konzept statt Stückwerk
Unser Ansatz
Wir setzen auf:
• eine aktive Flächen- und Immobilienstrategie (Bestand, Sanierung, Belegungskriterien, gemeindeeigene Wohnungen),
• die Weiterentwicklung von Einheimischen-Modellen,
• sowie eine vorausschauende Gewerbeflächenpolitik mit klaren Vergabeprinzipien und Standortprofil.

11. Soziales, Pflege und Zusammenhalt: gut leben in allen Lebensphasen
Eine starke Gemeinde zeigt sich darin, wie sie Menschen begleitet – vom Kindesalter bis ins hohe Alter.
Unsere Ziele
• Pflege und Betreuung bedarfsgerecht sichern: stationär, ambulant, Tagespflege, betreutes Wohnen
• Familien unterstützen: verlässliche Rahmenbedingungen und Infrastruktur
• Ehrenamt und Vereine stärken, besonders in der Jugendarbeit
• Rettungs- und Hilfsorganisationen verlässlich unterstützen
Unser Ansatz
Wir wollen Bedarfe frühzeitig erkennen und Lösungen mit Partnern entwickeln. Gleichzeitig sollen Förderung und Unterstützung transparent und zielgerichtet sein – damit dort geholfen wird, wo es den größten Nutzen für die Gemeinschaft bringt.

12. Natur, Hochwasserschutz und Lebensqualität
Natur und Landschaft prägen Oberammergau. Lebensqualität entsteht, wenn Schutz, Nutzung und Entwicklung klug miteinander verbunden werden.
Unsere Ziele
• Konsequenter Hochwasserschutz dort, wo er notwendig ist
• Schutz öffentlicher Räume und sensible Abwägung bei Eingriffen
• Lebensqualität im Alltag: attraktive Räume, Angebote für Jugendliche, gute Infrastruktur
Unser Ansatz
Wir wollen Maßnahmen, die fachlich fundiert sind, Fördermittel nutzen und langfristig wirken. Lebensqualität umfasst dabei auch Freizeit- und Sportangebote sowie eine Ortsentwicklung, die Natur und Gemeinwohl ernst nimmt.

13. Umsetzung: Was wir im Rathaus anders machen wollen
Ein Wahlprogramm ist nur so gut wie seine Umsetzung. Deshalb setzen wir auf eine Arbeitsweise, die Ziele erreicht und Vertrauen stärkt.
Unsere Prinzipien in der Umsetzung
• Klare Ziele, klare Zuständigkeiten, klare Zeitpläne
• Transparente Kommunikation über Fortschritte und Herausforderungen
• Frühzeitige Einbindung von Bürgerschaft, Vereinen, Fachleuten und Betroffenen
• Haushaltsdisziplin als Querschnittsprinzip in allen Bereichen

Schlusswort
Oberammergau hat enorme Stärken. Wir wollen diese Stärken gemeinsam weiterentwickeln – mit soliden Finanzen, transparenter Politik, echter Beteiligung und einem klaren Blick für das Machbare. Die B.I.O. steht für eine Gemeindepolitik, die Verantwortung übernimmt und Lösungen liefert.